• Graf Steuerberater Landshut

11.02.2015

Unternehmens­nachfolge – Neues aus Karlsruhe

Im Rahmen einer Veranstaltung der Wirtschaftsjunioren Landshut e.V. wurden wichtige steuerliche und rechtliche Vorüberlegungen zur Betriebsübergabe dargestellt. Die zivilrechtlichen Rahmenbedingungen wurden anschaulich von Notar Christian Steer aufgezeigt und mit zahlreichen Hinweisen verbunden.

Im Rahmen der steuerlichen Ausführungen wurden von Herrn Dr. Graf die verfassungsrechtlichen Anforderungen an das Erbschaft- und Schenkungssteuerrecht angesichts der jüngsten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 17.12.2014 dargestellt. Insbesondere wurde auf die vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten einer steuergünstigen Vermögensübergabe unter Ausnutzung der entsprechenden Freibeträge und Steuerklassen sowie sachlicher Befreiungstatbestände (z.B. Familienheim) abgestellt.

Beispielhaft wurde aufgezeigt, dass die aktuellen Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen unter bestimmten Voraussetzungen und bei günstiger Strukturierung zu einer weitgehend steuerminimierten oder gar –neutralen Übergabe genutzt werden können. Hierbei sind mehrjährige Behaltefristen und vor allem ein dauerhafter Arbeitsplatzerhalt im Sinne der sog. Lohnsummenregelung bedeutsam. Die gegenwärtigen Erbschaftsteuerbegünstigungen ermöglichen eine Übergabe von Unternehmen weitgehend ohne Substanzverluste. Dies gilt zumindest bis zu einer anstehenden Neuregelung des Erbschaftsteuergesetztes (längstens bis 30.06.2016), da das Bundesverfassungsgericht wiederholt die besondere Bedeutung von kleineren und mittelständischen Unternehmen und deren besondere Schutzwürdigkeit betont hat. Etwaig bestehenden Rechtsunsicherheiten bei der Übertragung von Betriebsvermögen kann durch die Vereinbarung einer „Steuerklausel“ begegnet werden. In jedem Fall ist eine vorausschauende Planung und Gestaltung günstig und erforderlich.